Trading Notizen 6 – Online Tools für Long- und Short-Daten

Beim Analysieren eines Trends stellt sich irgendwann automatisch eine interessante Frage:

Kann ich irgendwo sehen, wie viele Marktteilnehmer Long und wie viele Short positioniert sind?

Wenn ich erkennen könnte, dass beispielsweise sehr viele Marktteilnehmer auf fallende Kurse setzen, könnte ich daraus vielleicht ableiten, ob eine Aktie weiter fällt oder möglicherweise vor einer Gegenbewegung steht.

Ganz so einfach funktioniert die Börse leider nicht.

Es gibt kein einzelnes Tool, das mir bei einer Aktie zuverlässig anzeigt:

65 % Long

35 % Short

und daraus errechnet:

„Die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Kursanstieg beträgt 72 %.“

Solche Angaben findet man zwar teilweise auf Tradingplattformen. Oft handelt es sich dabei aber nur um die Positionen der Kunden des jeweiligen Brokers und nicht um den gesamten Markt.

Trotzdem gibt es einige sehr interessante Datenquellen, mit denen man wesentlich tiefer in den Markt hineinschauen kann.

Dazu gehören unter anderem:

Open Interest

Short Interest

Commitments of Traders

Orderbuch

Order Flow

Handelsvolumen

und die Positionierung verschiedener Marktgruppen.

Gerade wenn man diese Daten mit dem Trendaufbau kombiniert, bekommt man ein wesentlich besseres Verständnis dafür, was möglicherweise hinter einer Kursbewegung steckt.

Bei Futures gibt es immer gleich viele Longs und Shorts

Zuerst muss man bei Futures einen wichtigen Denkfehler vermeiden.

Angenommen, beim Bund-Future gibt es:

1.000.000 offene Kontrakte.

Man könnte jetzt denken:

Vielleicht sind davon:

600.000 Long

und

400.000 Short.

Das funktioniert bei Futures aber nicht so.

Zu jedem offenen Futures-Kontrakt gehören immer zwei Seiten:

ein Long und ein Short.

Wenn also ein neuer Futures-Kontrakt entsteht, muss es einen Marktteilnehmer geben, der Long geht, und gleichzeitig einen anderen Marktteilnehmer, der die Short-Seite übernimmt.

Deshalb gibt es bei offenen Futures-Kontrakten grundsätzlich genauso viele Long- wie Short-Seiten.

Interessant ist also nicht:

Wie viele Longs gibt es gegenüber Shorts?

Sondern vielmehr:

Wer hält die Long-Positionen und wer hält die Short-Positionen?

Und:

Nimmt die Anzahl der offenen Positionen insgesamt zu oder ab?

Genau dafür gibt es das sogenannte Open Interest.

Open Interest – wie viele Positionen sind noch offen?

Open Interest zeigt die Anzahl der noch offenen Derivatekontrakte.

Wenn ein neuer Futures-Kontrakt zwischen einem Käufer und Verkäufer entsteht, steigt das Open Interest.

Wird eine bestehende Position geschlossen, kann das Open Interest wieder sinken.

TradingView bietet Open-Interest-Daten für zahlreiche Futuresbörsen an, darunter CME, CBOT, Eurex und ICE Europe. Bei klassischen Futures stehen diese Daten dort derzeit hauptsächlich auf Tagesbasis zur Verfügung.

Für die Trendanalyse kann das sehr interessant sein.

Angenommen:

Der Kurs steigt.

Gleichzeitig steigt das Open Interest.

Dann bedeutet das zunächst:

Es kommen zusätzliche Positionen in den Markt.

Der Trend bekommt also neues Engagement.

Das beweist noch lange nicht, dass der Kurs weitersteigen wird. Aber es liefert zusätzliche Information darüber, wie die Bewegung aufgebaut wird.

Kurs und Open Interest gemeinsam betrachten

Open Interest wird besonders interessant, wenn ich es gemeinsam mit der Kursentwicklung betrachte.

Vereinfacht kann man sich vier Situationen merken:

Kurs steigt + Open Interest steigt

Neue Positionen kommen in einen steigenden Markt.

Das kann darauf hindeuten, dass die Bewegung neues Engagement bekommt.

Kurs steigt + Open Interest fällt

Der Markt steigt, obwohl offene Positionen geschlossen werden.

Eine mögliche Ursache kann beispielsweise sein, dass Short-Positionen geschlossen werden.

Shortseller müssen dafür kaufen.

Dadurch kann der Kurs steigen, obwohl kein völlig neues langfristiges Kaufinteresse vorhanden sein muss.

Kurs fällt + Open Interest steigt

Neue Positionen kommen in einen fallenden Markt.

Hier kann zusätzlicher Verkaufsdruck beziehungsweise neue Positionierung entstehen.

Kurs fällt + Open Interest fällt

Positionen werden geschlossen, während der Kurs fällt.

Eine mögliche Erklärung kann sein, dass Long-Positionen aufgegeben werden.

Wichtig:

Diese vier Kombinationen sind keine fertigen Trading-Signale.

Sie helfen lediglich dabei, die Bewegung besser zu verstehen.

TradingView als einfacher Einstieg

Für meine jetzige Lernphase ist TradingView wahrscheinlich eines der einfachsten Werkzeuge.

Ich kann dort den normalen Chart beobachten und zusätzlich den Indikator:

Open Interest

einblenden.

Damit kann ich beispielsweise folgende Dinge gleichzeitig vergleichen:

Trend

Volumen

Open Interest

und später weitere technische Informationen.

TradingView stellt Open Interest unter anderem für Futures der Eurex, CME, CBOT, COMEX, NYMEX und weiterer Terminbörsen bereit.

Das bedeutet:

Ich kann zunächst einen normalen Trend suchen und anschließend beobachten:

Steigt das Open Interest gemeinsam mit dem Trend?

Fällt es?

Verändert sich etwas, bevor der Trend schwächer wird?

Genau solche Beobachtungen sind für das Lernen interessant.

Noch interessanter: Wer ist eigentlich Long und Short?

Beim Open Interest weiß ich zunächst nur:

Wie viele Positionen existieren?

Ich weiß aber noch nicht genau, welche Art von Marktteilnehmer dahintersteht.

Bei amerikanischen Futures gibt es dafür eine sehr interessante offizielle Datenquelle:

Commitments of Traders – COT.

Die amerikanische Commodity Futures Trading Commission, kurz CFTC, veröffentlicht diese Daten.

Die Berichte zeigen, wie verschiedene Gruppen von Marktteilnehmern positioniert sind.

Dazu gehören je nach Bericht beispielsweise professionelle beziehungsweise institutionelle Gruppen, kommerzielle Marktteilnehmer, Asset Manager oder gehebelte Fonds.

Die CFTC veröffentlicht die COT-Berichte normalerweise wöchentlich. Die zugrunde liegenden Positionen beziehen sich grundsätzlich auf den Dienstag, während die Veröffentlichung meistens am Freitag erfolgt.

Damit sind diese Daten natürlich kein Werkzeug für Sekunden- oder Minuten-Trading.

Aber für größere Trends können sie sehr interessant sein.

Ein Beispiel für die COT-Analyse

Angenommen, ich beobachte einen Futures-Markt.

Der Kurs steigt bereits seit mehreren Wochen.

Gleichzeitig sehe ich im COT-Bericht, dass eine bestimmte Gruppe professioneller Marktteilnehmer ihre Long-Positionierung kontinuierlich ausbaut.

Das ist keine Garantie für einen weiter steigenden Kurs.

Aber ich bekomme eine zusätzliche Information:

Eine bedeutende Marktgruppe verändert ihre Positionierung in Richtung Long.

Noch interessanter wird es, wenn sich diese Positionierung irgendwann dreht.

Beispielsweise:

Der Kurs steigt weiter.

Aber institutionelle Marktteilnehmer bauen ihre Long-Positionen bereits ab.

Jetzt könnte ich genauer hinschauen.

Vielleicht ist die Bewegung noch vollkommen intakt.

Vielleicht beginnt aber bereits eine sogenannte Divergenz zwischen Preis und Positionierung.

Auch daraus entsteht kein automatisches Verkaufssignal.

Aber ich bekomme einen weiteren Baustein für meine Analyse.

Für den Bund-Future direkt bei Eurex schauen

Wenn ich beispielsweise den bereits besprochenen Euro-Bund-Future beobachten möchte, ist auch die Eurex selbst interessant.

Dort findet man für die verschiedenen Futures-Kontrakte Marktdaten wie Kurse, Volumen, Laufzeiten und Open Interest.

Damit kann ich lernen, nicht nur einen Chart anzuschauen, sondern gleichzeitig zu verstehen:

Wie viel wird tatsächlich gehandelt?

Wie viele Kontrakte sind offen?

Welcher Kontrakt besitzt die höchste Liquidität?

Gerade bei Futures ist das wichtig, weil verschiedene Laufzeiten gleichzeitig existieren.

Bei Aktien funktioniert es etwas anders

Bei einzelnen Aktien gibt es kein direkt mit Futures vergleichbares Open Interest für die normale Aktie.

Dafür gibt es eine andere interessante Kennzahl:

Short Interest.

Das Short Interest zeigt, wie viele Aktien zu einem bestimmten Zeitpunkt tatsächlich leerverkauft und noch nicht zurückgekauft wurden.

Für US-Aktien veröffentlicht beispielsweise FINRA entsprechende Short-Interest-Daten. FINRA weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Positionsdaten nur eine Momentaufnahme zu bestimmten Meldestichtagen darstellen.

Damit kann ich beispielsweise beobachten:

Wie viele Aktien sind leerverkauft?

Wie entwickelt sich das Short Interest über längere Zeit?

Wie hoch ist der Short-Anteil im Verhältnis zu den handelbaren Aktien?

Gerade bei stark geshorteten Aktien kann das interessant werden.

Warum hohes Short Interest nicht automatisch fallende Kurse bedeutet

Hier steckt ein interessanter Widerspruch.

Angenommen, eine Aktie hat ein sehr hohes Short Interest.

Dann könnte man denken:

Viele Anleger erwarten fallende Kurse. Also muss die Aktie fallen.

Das muss überhaupt nicht passieren.

Denn jeder Shortseller muss seine Position irgendwann wieder schließen.

Und um eine klassische Aktien-Shortposition zu schließen, müssen Aktien gekauft werden.

Steigt der Kurs plötzlich stark, können Shortseller unter Druck geraten.

Immer mehr Shortpositionen werden geschlossen.

Dadurch entstehen zusätzliche Käufe.

Diese Käufe können den Kurs weiter nach oben treiben.

Weitere Shortseller bekommen Probleme und kaufen ebenfalls zurück.

Es kann ein:

Short Squeeze

entstehen.

Deshalb kann ein extrem hohes Short Interest gleichzeitig bedeuten:

Viele Marktteilnehmer erwarten fallende Kurse.

aber auch:

Es existiert potentieller zukünftiger Kaufdruck, wenn diese Positionen geschlossen werden müssen.

Genau deshalb darf man einzelne Kennzahlen niemals isoliert interpretieren.

Short Interest und Short Volume nicht verwechseln

Dieser Punkt ist sehr wichtig.

Es gibt:

Short Interest

und:

Short Sale Volume.

Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Short Interest zeigt offene Shortpositionen zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Short Sale Volume zeigt dagegen, wie viele Transaktionen innerhalb eines bestimmten Zeitraums als Short Sale gemeldet wurden.

FINRA warnt ausdrücklich davor, das tägliche Short-Sale-Volumen einfach als offene Shortpositionen zu interpretieren. Eine Shorttransaktion kann beispielsweise noch am gleichen Tag wieder geschlossen worden sein.

Das bedeutet:

Wenn ich irgendwo im Internet lese:

„Heute waren 60 % aller Aktienverkäufe Short!“

darf ich daraus nicht automatisch schließen:

„60 % des Marktes sind jetzt Short.“

Das wäre eine falsche Interpretation.

Orderbuch und Order Flow für kurzfristiges Trading

Wenn ich sehr kurzfristig handeln möchte, sind COT- oder Short-Interest-Daten teilweise zu langsam.

Beim Daytrading interessiert mich zusätzlich:

Was passiert genau jetzt?

Dafür kommen wieder die Themen aus meinen anderen Trading-Notizen ins Spiel:

Bid

Ask

Orderbuch

Market Orders

Limit Orders

Time & Sales

und schließlich:

Order Flow.

Hier wird beispielsweise Bookmap interessant.

Bookmap stellt Marktliquidität und Order Flow visuell dar. Über eine Heatmap können Bereiche sichtbar gemacht werden, in denen größere Liquidität im Orderbuch liegt.

Damit geht die Analyse wesentlich tiefer als ein normaler Candlestick-Chart.

Nasdaq BookViewer

Für amerikanische Aktien gibt es zusätzlich Lösungen wie den Nasdaq BookViewer beziehungsweise die zugrunde liegenden Nasdaq-Orderbuchdaten.

Damit kann die Tiefe des Nasdaq-Orderbuchs betrachtet werden.

Man sieht also nicht nur:

Aktie steht bei 100 €.

Sondern beispielsweise:

Bei 99,95 € wollen bestimmte Mengen kaufen.

Bei 99,90 € liegen weitere Kauforders.

Bei 100,05 € liegen Verkaufsorders.

Bei 100,10 € liegen weitere Verkaufsorders.

Nasdaq beschreibt seine entsprechende Orderbuchlösung als Möglichkeit, Liquiditätsmuster und Orderfluss in Echtzeit zu verfolgen und die Markttiefe über einfache Level-2-Daten hinaus zu analysieren.

Damit komme ich langsam zu der Frage:

Wo sitzt tatsächlich Kauf- und Verkaufsinteresse?

Kann ich damit den zukünftigen Kurs berechnen?

Jetzt kommen wir zur eigentlichen Frage.

Kann ich aus:

Long

Short

Open Interest

Order Flow

und anderen Informationen ausrechnen, wohin eine Aktie wahrscheinlich laufen wird?

Grundsätzlich:

Ja, statistische Wahrscheinlichkeiten lassen sich daraus entwickeln.

Aber nicht so einfach, wie manche Trading-Webseiten suggerieren.

Ich kann nicht einfach sagen:

70 % Long = Kurs steigt.

Das wäre viel zu primitiv.

Stattdessen müsste ich mehrere Faktoren miteinander kombinieren.

Zum Beispiel:

Trendstruktur

Befindet sich der Markt in einem Aufwärts- oder Abwärtstrend?

Open Interest

Kommen neue Positionen hinzu?

Handelsvolumen

Wird die Bewegung durch erhöhtes Volumen begleitet?

Order Flow

Sind Käufer oder Verkäufer momentan aggressiver?

Short Interest

Wie stark ist eine Aktie leerverkauft?

Institutionelle Positionierung

Wie positionieren sich bestimmte große Marktgruppen?

Unterstützung und Widerstand

Wo befinden sich wichtige Kursbereiche?

Volatilität

Wie stark bewegt sich das Instrument normalerweise?

Erst aus mehreren Faktoren entsteht ein interessantes Gesamtbild.

Wahrscheinlichkeit muss aus historischen Daten entstehen

Wenn ich irgendwann wirklich sagen möchte:

„Dieses Setup hat eine Wahrscheinlichkeit von 65 %, weiter nach oben zu laufen.“

muss ich diese Wahrscheinlichkeit zuerst beweisen.

Dafür benötige ich historische Daten.

Angenommen, ich definiere folgendes Setup:

Tagestrend steigt

60-Minuten-Trend steigt

5-Minuten-Chart korrigiert

Open Interest steigt

Volumen steigt

Kurs dreht an einem höheren Tief wieder nach oben

Jetzt suche ich dieses gleiche Setup in historischen Kursdaten.

Vielleicht finde ich:

500 vergleichbare Situationen.

Davon liefen:

335 weiter nach oben

und:

165 scheiterten.

Dann hätte ich:

335 ÷ 500 = 67 %

historische Trefferquote.

Jetzt habe ich tatsächlich eine statistische Grundlage.

Genau das bezeichnet man als:

Backtesting.

Aber selbst diese 67 % bedeuten nicht:

Der nächste Trade hat garantiert 67 % Gewinnchance.

Marktbedingungen verändern sich.

Deshalb muss eine Strategie immer wieder überprüft werden.

Welche Online Tools sind für mich interessant?

Für meine jetzige Lernphase würde ich die Werkzeuge nicht unnötig kompliziert machen.

TradingView

Interessant für:

Charts

Trendaufbau

Volumen

Open Interest

und technische Analyse.

CFTC – Commitments of Traders

Interessant für:

Positionierung größerer Marktgruppen bei Futures.

Vor allem für mittel- und längerfristige Marktbeobachtung.

Eurex

Interessant für:

europäische Futures

und insbesondere Produkte wie den Bund-Future.

FINRA

Interessant für:

offizielle Short-Interest- und Short-Sale-Daten amerikanischer Aktien.

Bookmap

Interessant für:

Order Flow

Liquidität

Orderbuch

und kurzfristiges Trading.

Nasdaq BookViewer

Interessant für:

Markttiefe und Orderbuchanalyse bei Nasdaq-Aktien.

Für meine Analyse bedeutet das

Ich sollte also nicht nach einem einzigen Tool suchen, das mir sagt:

„Jetzt Long gehen.“

Viel interessanter ist es, verschiedene Ebenen miteinander zu verbinden.

Zum Beispiel:

Tageschart

Aufwärtstrend.

60-Minuten-Chart

Aufwärtstrend mit aktueller Korrektur.

5-Minuten-Chart

neues höheres Tief entsteht.

Volumen

nimmt wieder zu.

Open Interest

steigt.

Order Flow

Käufer werden aggressiver.

Jetzt habe ich mehrere Informationen, die in die gleiche Richtung zeigen.

Das bedeutet immer noch nicht:

Die Aktie muss steigen.

Aber meine Analyse bekommt eine wesentlich bessere Grundlage.

Der wichtigste Gedanke

Je mehr ich mich mit Trading beschäftige, desto deutlicher wird mir, dass es wahrscheinlich nicht den einen perfekten Indikator gibt.

Ein Chart zeigt mir nur den Preis.

Open Interest zeigt mir zusätzliche Positionierung.

Volumen zeigt mir die Handelsaktivität.

COT-Daten zeigen mir bestimmte Gruppen von Marktteilnehmern.

Short Interest zeigt mir offene Shortpositionen.

Das Orderbuch zeigt mir vorhandene Kauf- und Verkaufsorders.

Order Flow zeigt mir, wie diese Orders tatsächlich verarbeitet werden.

Erst das Zusammenspiel dieser Informationen ergibt langsam ein Bild davon, was im Markt wirklich passiert.

Das Ziel sollte deshalb nicht sein:

„Ich möchte einen Indikator finden, der mir sagt, wohin die Aktie läuft.“

Sondern:

„Ich möchte mehrere Informationen sammeln, die meine Tradingidee bestätigen oder widerlegen.“

Genau hier verändert sich für mich auch die Betrachtung eines Charts.

Ich sehe nicht mehr einfach nur:

Kurs steigt oder Kurs fällt.

Ich beginne zu fragen:

Wer könnte hinter dieser Bewegung stehen?

Kommt neues Geld beziehungsweise neues Engagement in den Markt?

Werden Positionen geschlossen?

Wie stark ist die Bewegung?

Was macht das Volumen?

Wie sieht die Marktstruktur aus?

Was passiert im Orderbuch?

Und erst danach:

Wie wahrscheinlich ist es, dass dieser Trend weiterläuft?

Damit wird aus einer einfachen Chartbeobachtung langsam eine richtige Marktanalyse.

Trading Spickzettel 6

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